Häufig gestellte Fragen:

Verfahren der krankenkassenindividuellen Selbsthilfeförderung (Projektförderung)

Was versteht man unter krankenkassenindividueller Selbsthilfeförderung/ Projektförderung?

Die von den Krankenkassen/ -verbänden für die Projektförderung zur Verfügung gestellten Mittel stellen generell einen Zuschuss für Aktivitäten dar, die über das normale Maß der gruppen- und verbandsspezifischen Selbsthilfearbeit hinausgehen. Es gelten besondere Vorhaben bzw. Aktivitäten der Selbsthilfe als förderfähig, die zielorientiert ausgerichtet und zeitlich klar begrenzt sind.

Darüber hinaus sollten sie sich von den routinemäßigen Aufgaben eindeutig absetzen und in besonderem Maße dazu beitragen, im Rahmen der Selbsthilfearbeit die Situation der Betroffenen und deren Angehöriger zu verbessern sowie gesundheitliche Ressourcen zu stärken. Indikationsbezogene Aktivitäten stehen im Mittelpunkt des Projektgeschehens.

Was ist der Unterschied zwischen einem Antrag auf Exklusivförderung von Projekten und einem Antrag nach dem vereinfachten Verfahren im Rahmen der Projektförderung?

Bei der Exklusivförderung beantragen die Landesorganisationen Projekte bei einer/m von ihnen ausgewählten Krankenkasse(n)/-verband. Die Anträge werden direkt an die/den ausgewählte(n) Krankenkasse(n)/-verband versandt. Es empfiehlt sich im Vorfeld die telefonische Kontaktaufnahme zur/m betreffenden Krankenkasse(n)/-verband.

Beim vereinfachten Verfahren reicht die Landesorganisation einen Projektantrag bei der „Service-Stelle Projektförderung für Landesorganisationen der Selbsthilfe in NRW“ ein.

Besteht für Landesorganisationen der Selbsthilfe ein Rechtsanspruch auf eine Förderung durch die Krankenkassen/-verbände nach § 20h SGB V?

Nein, ein Rechtsanspruch von Antragsstellern auf Gewährung der Fördermittel besteht nicht.

Gibt es Möglichkeiten einer Unterstützung bei der Projektideenentwicklung, bei der Beantragung von Projekten und der Abrechnung gegenüber den Krankenkassen/ -verbänden?

Ja, die „Service-Stelle Projektförderung für Landesorganisationen der Selbsthilfe in NRW“ unterstützt und berät die Landesorganisationen der Selbsthilfe bei der Projektideenfindung, Projektplanung und –organisation sowie bei der Beantragung und Abrechnung von Projekten gegenüber den Krankenkassen/ -verbänden. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an:

Service-Stelle
Projektförderung für Landesorganisationen der Selbsthilfe in NRW
Prinzipalmarkt 38-39
48143 Münster

Tel.: 02 51 / 93 26 09 91
Mobil: 01 79 / 2 36 86 55
Fax.: 02 51 / 93 26 09 93
projektfoerderung@servicestelle-nrw.de
www.servicestelle-nrw.de

Die „Service-Stelle Projektförderung für Landesorganisationen der Selbsthilfe in NRW“ ist ein Gemeinschaftsprojekt folgender Projektpartner:

Projektpartner

Antragsstellung

Ist es möglich, dass Landesorganisationen der Selbsthilfe einen Antrag für mehrere Projekte gleichzeitig stellen?

Ja, wenn eine Landesorganisation einen Antrag für mehrere Projekte gleichzeitig stellen möchte, dann ist es ausreichend, wenn das Antragsformular einmal ausgefüllt wird. Auf der Seite 2 werden die Gesamtkosten und Einnahmen aller Projekte aufgeführt. In einer separaten Übersicht sollten die Gesamtkosten und Einnahmen der einzelnen Projekte aufgelistet werden. Darüber hinaus muss für jedes Projekt ein Finanzplan erstellt und das jeweilige Projekt beschrieben werden (s. S. 2 Projektantrag – Angaben zum geplanten Vorhaben).

Können Projektanträge für mehrjährig laufende Projekte gestellt werden?

Ja, Projekte können über mehrere Jahre laufen, wenn der Projektcharakter dabei erhalten bleibt. Eine detaillierte Kostenaufstellung für die einzelnen Jahre muss dem Antrag beigefügt werden. Eine Dauerfinanzierung ist ausgeschlossen.

Was versteht man unter Eigenmitteln und Rücklagen?

Als „Eigenmittel“ wird ein Betrag bezeichnet, den die Landesorganisationen aus ihren Finanzen für ein Projekt verwenden müssen, in der Regel 10% der Projektkosten. Eine komplette Förderung (100%-Förderung) durch die Krankenkassen/ -verbände ist im Regelfall nicht möglich. Die Eigenmittel können beispielsweise Teilnehmerbeiträge, Restmittel aus nicht verausgabten Fördermitteln vorheriger Projekte sein oder es können Rücklagen eingesetzt werden.

Unter „Rücklagen“ werden Reserven in Form von Eigenkapital verstanden. Eigenkapital ist der Anteil des Kapitals (Geld oder Sachmittel), das der Landesorganisation gehört und somit keiner Rückzahlungsverpflichtung unterliegt. (Zu beachten ist, dass Eigenkapital vorhanden sein kann, welches aber zweckgebunden ist und daher ggf. für Projekte nicht zur Verfügung steht.)

Wann müssen Landesorganisationen eine Förderung / finanzielle Beteiligung durch andere Institutionen beim Projektantrag angeben?

Landesorganisationen müssen bei der Antragstellung eine finanzielle Beteiligung durch andere Institutionen angeben, wenn es sich um Einnahmen für das jeweilige Projekt handelt.

In den Feldern des Projektantrages ist kein ausreichender Platz z. B. für Projektbeschreibungen, wie fahre ich fort?

Die Zeichenanzahl der Textfelder im Projektantrag ist begrenzt. Sollte nicht genügend Platz sein, legen Sie bitte ein Extrablatt mit Ihren Ergänzungen bei.

Zu beachten ist: Falls Sie den Antrag am PC ausfüllen, ist eine Fortschreibung über die Zeile hinaus beim Ausdruck nicht mehr sichtbar. Bitte verwenden Sie auch in diesem Fall ein Extrablatt.

Ist es erforderlich, dass die Landesorganisation der Selbsthilfe in einer Dachorganisation der Selbsthilfe Mitglied ist, um eine Förderung erhalten zu können?

Nein, eine Mitgliedschaft in einer Dachorganisation der Selbsthilfe ist nicht erforderlich.

Müssen dem Projektantrag bereits Kostenvoranschläge beigefügt werden?

Ja, wenn bereits Kostenvoranschläge vorliegen oder aus Anfragen Kosten hervorgehen.

Wenn in einem Förderjahr eine Landesorganisation zu unterschiedlichen Zeitpunkten Projektanträge stellt, ist es notwendig, dass bei jedem Antrag die Satzung beigefügt wird?

Nein, es genügt, wenn die Satzung bei dem ersten Projektantrag im aktuellen Förderjahr beiliegt. Informieren Sie die Service-Stelle, sollten sich Änderungen in der Satzung ergeben.

Ist es sinnvoll, wenn dem Projektantrag Kassenberichte der Landesorganisation, Protokolle der Mitgliederversammlung oder Freistellungsbescheide des Finanzamtes beigelegt werden?

Nein.

Können Landesorganisationen Projektanträge faxen oder als E-Mail-Anhang versenden?

Nein, zur Bearbeitung des Antrages wird der Originalantrag benötigt. Nur in Ausnahmefällen kann nach Absprache mit der „Service-Stelle Projektförderung für Landesorganisationen der Selbsthilfe in NRW“ eine Übermittlung der Unterlagen vorab per Fax oder E-Mail erfolgen.

Können Landesorganisationen einen Antrag auf Projektförderung stellen, wenn das Projekt bereits gestartet ist?

Nein, es können lediglich Projekte gefördert werden, bei denen der Projektantrag vor Beginn des Projektes eingereicht worden ist.

Können Landesorganisationen der Selbsthilfe zusammen mit regionalen Selbsthilfegruppen oder mit Bundesorganisationen der Selbsthilfe einen gemeinsamen Projektantrag stellen?

Ja, die regionale Ebene kann zusammen mit den Landesorganisationen der Selbsthilfe einen Projektantrag auf Landesebene einreichen. Die Landesorganisationen der Selbsthilfe können zusammen mit den Bundesorganisationen der Selbsthilfe einen Projektantrag auf Bundesebene einreichen.

Wie erfahren die Landesorganisationen, ob ihr Projektantrag von den Krankenkassen/ -verbänden gefördert wird und wenn ja, in welcher Höhe?

Die Landesorganisationen erhalten von den jeweiligen Krankenkassen/ -verbänden nach Prüfung des Antrages einen gesonderten Bescheid per Post. Die federführende Krankenkasse führt in ihrem Bescheid sowohl die Gesamtfördersumme als auch die jeweiligen Förderbeträge der anderen Krankenkassen/ -verbände auf. Es ist auch möglich, dass der Antragssteller eine tel. Auskunft bei der „Service-Stelle Projektförderung für Landesorganisationen der Selbsthilfe in NRW“ erhält.

Welche Krankenkassen zahlen erst nach Eingang des Verwendungsnachweises bzw. dem kompletten Nachweis aller Kosten?

Die AOK NordWest, IKK classic und KNAPPSCHAFT zahlen erst im Nachhinein, d.h. nach Erhalt des Verwendungsnachweises. Die AOK Rheinland/ Hamburg, BARMER, der BKK-Landesverband NORDWEST und DAK-Gesundheit zahlen im Vorfeld.

Zu welchem Zeitpunkt und an wen wird der Verwendungsnachweis versendet?

Der Verwendungsnachweis soll möglichst nach Beendigung des Projektes aber spätestens bis zum 15.02 des Folgejahres bei der „Service-Stelle Projektförderung für Landesorganisationen der Selbsthilfe in NRW“ eingehen. Die Service-Stelle prüft den Verwendungsnachweis auf Vollständigkeit und leitet diesen an die entsprechenden Krankenkassen/ -verbände weiter.

Finanzierung

In welcher Höhe müssen sich die Landesorganisationen finanziell an der Umsetzung von Projekten beteiligen?

Die Landesorganisationen müssen mindestens 10% der förderfähigen Gesamtkosten des Projektes selber aufbringen. Einnahmen im Rahmen des Projekts werden als Eigenanteil berücksichtigt. Im Einzelfall ist die Anerkennung von Sachleistungen oder unbaren Eigenleistungen möglich. Darüber entscheiden die Krankenkassen/ -verbände.

Finanzielle Beteiligungen anderer Institutionen oder die Förderbeträge der Krankenkassen/-Verbände können nicht als Eigenbeteiligung berücksichtigt werden.

Gibt es Höchstfördersummen bei Projektantragsstellungen von Landesorganisationen?

Die Krankenkassen/ -verbände in NRW haben sich im Rahmen des vereinfachten Verfahrens auf die Festlegung von max. Fördersummen in einem Kalenderjahr pro Landesorganisation geeinigt. Diese sind abhängig von der Größe der Landesorganisation bzw. von deren Mitgliederzahl und der Anzahl der betreuten örtlichen Selbsthilfegruppen in NRW. Die Krankenkassen/ -verbände entscheiden im Einzelfall, ob eine Ausnahmeregelung über die Höchstsumme hinaus getroffen werden kann.

Bei der Beantragung von Exklusivprojekten bestehen keine Förderhöchstgrenzen. In einem Förderjahr können sowohl Exklusivanträge als auch Projektanträge nach dem vereinfachten Verfahren gestellt werden. Exklusivanträge können auch noch gestellt werden, wenn die Höchstsumme beim vereinfachten Verfahren bereits erreicht worden ist. Es können somit Projektanträge im Rahmen des vereinfachten Verfahrens und/ oder als Exklusivantrag bei den Krankenkassen/ -verbänden beantragt werden. Allerdings kann kein gleichlautender Projektantrag mehrfach gestellt werden.

Info zur Projektförderung Land (PDF)

 

Welche Kosten können im Rahmen von Projekten, wie Seminaren, Tagungen und Veranstaltungen gefördert werden?

Gefördert werden können z. B.:

  • Referentenkosten (Honorarkosten, Verpflegungs-/ Übernachtungs- und Fahrtkosten)
  • Fahrtkosten, Verpflegungs- und Übernachtungskosten für die Teilnehmer und Organisatoren der Veranstaltung. Diese werden nach dem Bundesreisekostengesetz gefördert.
  • Mietkosten für Räume und Technik, Eintrittsgelder, Materialkosten und Kosten, die durch die Arbeit von Helfern sowie zur Vor- und Nachbereitung der Veranstaltung entstehen

Die Förderung kann geringer ausfallen als die tatsächlich entstehenden Kosten, weil die Krankenkassen/ -verbände teilweise mit gedeckelten Fördersummen (Pauschalbeträgen) rechnen, z. B. bei Referentenhonoraren sowie bei Fahrt-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten der Teilnehmer.

Welche Möglichkeit besteht, falls Landesorganisationen das Projekt nicht vorfinanzieren können?

Die Landesorganisationen der Selbsthilfe erhalten nach Eingang des Projektantrages eine Eingangsbestätigung per E-Mail. Gerne kann der Eingang des Antrages auch telefonisch bei der Service-Stelle erfragt werden.

Wie lange dauert in der Regel die Bearbeitung des Antrages?

Bei den nachzahlenden Krankenkassen können Teilbeträge/ Abschlagszahlungen bereits im Vorfeld überwiesen werden, wenn Belege oder Reservierungsbestätigungen mit Kostenaufstellungen vorgelegt werden. Hierzu ist es am einfachsten, wenn schriftlich mit den entsprechenden Krankenkassen Kontakt aufgenommen wird und die entsprechenden Nachweise beigefügt werden.